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IR Notes 212 – 12 Juli 2023
www.irshare.eu
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Sommerpause
Liebe Leserinnen und Leser,
IR
Notes geht in die Sommerpause! Die
nächste Ausgabe erscheint am 7. September. Doch bis dahin müssen Sie
nicht ganz auf Informationen verzichten: Wir werden die Seite von
IR
Notes auf
LinkedIn bis Ende Juli aktualisieren und dann wieder ab September.
Sie können uns auch auf Twitter folgen @IR_Share.Im Namen der ganzen Redaktion und unserer
nationalen Experten wünsche ich Ihnen allen eine schöne und
erholsame Sommerzeit!
Mit herzlichen Grüßen
Frédéric Turlan Direktor von IR Share
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Eine Frage an …
María Rodríguez Alcázar, President of the European Youth Forum
Die Europäische Kommission hat am
11. Juli die erste Phase der Konsultation der europäischen
Sozialpartner „zu einer möglichen Maßnahme zur Verbesserung der
Qualität von Praktika“ gestartet. Was ist Ihre wichtigste
Botschaft an die Sozialpartner als Präsidentin des Europäischen
Jugendforums, der Plattform,
die über 100 Jugendorganisationen in ganz Europa
vereint? Bereits in den vergangenen Jahren haben wir
mit den Sozialpartnern zusammengearbeitet, um sie für unsere
Forderungen zu sensibilisieren. Wir hoffen, dass sie im Rahmen
dieser Konsultation die Vorschläge des Europäischen Parlaments
unterstützen werden, vor allem die Annahme einer Richtlinie zur
Regelung von Praktika auf dem Arbeitsmarkt, d. h. von Praktika, die
außerhalb eines Lehrplans durchgeführt werden. Wir fordern, dass
Praktikanten den Mindestlohn erhalten und wie andere Beschäftigte in
den Genuss sozialer Rechte kommen. Das ist eine starke Forderung,
und wir haben die Unterstützung von mehr als 8.500 Personen, die
unsere Petition unterschrieben haben, sowie von EU-Kommissar Nicolas
Schmit. Er hat uns letzte Woche in einem Interview seine
Unterstützung bekräftigt. Er wiederholte, dass Praktika auf dem
Arbeitsmarkt bezahlt werden müssten und Praktikanten keine
Beschäftigten ersetzen dürften.
>
Weitere Informationen hierzu: Konsultationspapier
und Pressemitteilung
der Kommission, Bericht
des Parlaments, in dem eine Richtlinie zum Schutz von Praktikanten
befürwortet wird sowie der Bericht
des Europäischen Jugendforums über die Kosten unbezahlter
Praktika.
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Über uns
IR Notes erscheint
alle 14 Tage in mehreren europäischen Sprachen (Englisch, Deutsch,
Französisch, Italienisch und Spanisch) wird von IR Share und seinem
Expertennetzwerk herausgebracht. Dieser Newsletter bietet ein
europaweites Monitoring zu Arbeitsrecht, Arbeitsbeziehungen und
Beschäftigungspolitik. Er kann für einen Betrag von jährlich 248,00 Euro
zzgl. MwSt. auf der IR Share-Website abonniert werden
Das Team: Diese
Ausgabe wurde erstellt bei Pascale Turlan und
Frédéric
Turlan.Pascale Turlan und
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Turlan. Erfahren Sie mehr
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Impressum.
Herausgeber: IR Share SARL – 5, Les Compères – 89520 Fontenoy –
Frankreich – Tel.: +33 (0)6 81 41 53 95 – Stammkapital 1.500 Euro –
Handelsregister-Nr. (RCS Auxerre): 512 567 959. Verantwortlicher für die
Veröffentlichung: Frédéric Turlan. Hosting: ALTEO – Damien Cornillet –
Château – 89500 Villeneuve-sur-Yonne1. CPPAP Nr.: 0621 Z
93933.
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Europäisches Wörterbuch der Arbeitsbeziehungen
Wenn Sie die Inhalte von IR Notes vertiefen
wollen, stellen wir Ihnen gerne die Links zum Europäischen
Wörterbuch der Arbeitsbeziehungen
zur Verfügung, das von Eurofound veröffentlicht und regelmäßig von
IR Share, dem Herausgeber von IR Notes, aktualisiert wird. Das
Wörterbuch ist auf English, doch die Definitionen der Begriffe
lassen sich mit Online-Übersetzungstools leicht übersetzen.
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In den
Schlagzeilen
Besserer
Schutz für Beschäftigte gegen Gefährdung durch Asbest
Der Rat und das Europäische Parlament erzielten am 27. Juni eine vorläufige Einigung
über eine neue Richtlinie zur Stärkung des Schutzes der Beschäftigten gegen
Gefährdung durch Asbest (s. Pressemitteilung).
Der Kompromiss wird derzeit überarbeitet, um dann von den beiden Organen förmlich
angenommen zu nehmen. Danach wird die Richtlinie veröffentlicht, und die
Mitgliedstaaten haben zwei Jahre Zeit, sie umzusetzen (s. Mitteilung. Die
Europäische Kommission hatte den Richtlinienentwurf am 28. September 2022 vorgelegt,
zusammen mit einer Mitteilung
„über den Weg hin zu einer asbestfreien Zukunft“ (s. IR Notes 193 und Asbestos). Die neuen
Vorschriften sehen zunächst eine Senkung des Expositionshöchstwerts auf 0,01
Asbestfasern pro cm³ vor – dies ist zehnmal niedriger als der jetzige Wert von 0,1
f/cm³. Das Parlament hat sich mit seiner Forderung nach einer Senkung auf 0,001
f/cm³ (s. IR Notes
172) nicht durchsetzen können. Den Abgeordneten wurden dennoch
Zugeständnisse eingeräumt. So legt der Text eine Übergangszeit von höchstens sechs
Jahren fest, innerhalb derer die Mitgliedstaaten eine neue Methode zur Messung von
Asbest einführen müssen: Die Elektronenmikroskopie, die sensibler misst als die
derzeitig verwendete Technik. So haben die Mitgliedstaaten nach der Einführung
dieser Methode zwei Optionen: Sie messen dünne Asbestfasern – in diesem Fall bleibt
der Expositionshöchstwert bei 0,01 f/cm3 oder sie messen sie nicht – in diesem Fall
wird der Expositionshöchstwert auf 0,002 f/cm3 verringert. Die Gewerkschaften
reagierten positiv auf diesen Kompromiss, der 4-7 Millionen Beschäftigte in der EU
vor dieser Substanz schützt, die jedes Jahr 90.000 Todesfälle verursacht, wie der
Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) hervorhebt (s. Pressemitteilung).
Die Verabschiedung dieser Vorschriften drängte, da die Zahl der Beschäftigten, die
durch Asbest gefährdet sind, in den kommenden Jahren durch die Zunahme der im
europäischen Green Deal vorgesehenen Wärmedämmungsmaßnahmen rapide steigen wird. Der
EGB bedauert, dass die neuen Normen aufgrund der Übergangszeit zu spät kommen, um
die Beschäftigten zu schützen, die an der Renovierung von Gebäuden beteiligt sind.
Der Kompromiss geht teilweise auch auf die Forderungen der Arbeitgeberverbände ein,
die sich für eine Übergangszeit von sieben Jahren ausgesprochen hatten (s. Mitteilung
von FIEC und EBC). Nichts hält die Mitgliedstaaten davon ab, den Schutz zu
verbessern und schneller zu handeln. Dänemark hat den Höchstwert bereits auf 0,003
f/cm3 festgelegt und nimmt andere Verpflichtungen der Richtlinie vorweg: Ab dem 1.
Juli kann die für die Arbeitsumgebung zuständige Behörde Unternehmen mit Bußgeldern
in Höhe von 10.000 Kronen (1.342 Euros) belegen, die ihre Asbestarbeiten nicht
anmelden (s. Pressemitteilung),
während am 1. Januar 2025 ein Genehmigungsverfahren für Unternehmen eingeführt wird,
die mit Asbest arbeiten (s. Mitteilung
des Gewerkschaftsverbands FH).
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1.
Europäische Union
Aktuelle
soziale Themen
Soziale und solidarische Wirtschaft :
Die Europäische Kommission legte am 13. Juni einen
Vorschlag vor für eine Empfehlung des Rates zur Schaffung von
Rahmenbedingungen für die Sozialwirtschaft, in dem erstmalig der
Mehrwert der Einrichtungen anerkannt wird, „für die der Mensch sowie soziale und
ökologische Fragen Vorrang vor dem Profit haben“ und 13,6 Millionen Menschen in der
EU beschäftigt (s. Pressemitteilung).
Wenn der Vorschlag vom Rat angenommen ist – eine Priorität der spanischen
EU-Ratspräsidentschaft – sind die Mitgliedstaaten aufgefordert, ihre Strategien für
die Sozialwirtschaft innerhalb von 18 Monaten anzunehmen oder zu aktualisieren. Dies
dürfte auch zur Annahme von sozial verantwortlichen Lösungen und Innovationen im
Rahmen der öffentlichen Auftragsvergabe führen.
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Sektoraler
sozialer Dialog
Neuer Ausschuss für den sektoralen sozialen
Dialog : Die Europäische Kommission hat am 10. Juli
offiziell die Einrichtung des 44. Ausschusses für den sektoralen sozialen Dialog
angekündigt, und zwar den für den Sektor der sozialen Dienstleistungen (s. Pressemitteilung).
Damit wird zum ersten Mal seit 2010 ein neuer Ausschuss eingerichtet. Er besiegelt
den Abschluss eines langen Prozesses des europäischen sozialen Dialogs, den die
Sozialpartner vor rund zehn Jahren einleiteten (FESE und EGÖD) (s. Mitteilung)
von FESE. Sie hatten die Einrichtung am 26. April 2021 offiziell beantragt (s. IR Notes 163). Nach
einem Bericht, den IR Share
für die Sozialpartner erstellte, waren 2018 in diesem Sektor 4,7 % aller
Arbeitskräfte der EU beschäftigt. Der neue Ausschuss wird sich in erster Linie mit
den Themen Arbeitskräftemangel, Aus- und Weiterbildung sowie Arbeitsbedingungen
befassen. Für Sylvain Renouvel, FESE-Direktor und stellvertretender Direktor für
europäische Angelegenheiten bei Nexem, besteht der größte Nutzen des Ausschusses
darin, in Zukunft in diesem Sektor europäische Vereinbarungen schließen zu können.
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2.
Mitgliedstaaten
Deutschland
Verhandlungen für einen gerechten Übergang :
IG Metall hat eine lange Tradition bei der Aushandlung von
Betriebsvereinbarungen zur Erhaltung von Arbeitsplätzen und Industriestandorten in
Deutschland, bei der sich das Unternehmen verpflichtet, über einen bestimmten
Zeitrum keine Massenentlassungen durchzuführen. Das ist auch der Fall bei Bosch
Mobility, dem Automobilbereich von Bosch, wo Unternehmensleitung und Gewerkschaft
einen neuen Tarifvertrag unterzeichnet haben, in dem betriebsbedingte Kündigungen
bis Ende 2027 ausgeschlossen sind. 80.000 Beschäftigte genießen diesen Schutz. Neu
ist, dass laut Vereinbarung die Betriebsräte „nun auch frühzeitig in strategische
und wirtschaftliche Planungen eingebunden“ werden, „zum Beispiel hinsichtlich der
Ansiedlung von Zukunftsprodukten“, erklärt Frank Sell, Vorsitzender des
Gesamtbetriebsrats des Unternehmensbereichs Mobility (s. Mitteilung).
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Spanien
- Beschäftigung und Behinderung :
Das Arbeitsministerium hat zusammen mit mehreren
Interessenträgern ein „Weißbuch über Beschäftigung und Behinderung“ vorgestellt,
um eine Änderung des Rechtsrahmens und der politischen Maßnahmen für die
Beschäftigung und das Recht auf Arbeit für Menschen mit Behinderungen
vorzubereiten (s. Mitteilung).
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Frankreich
Schutz von Arbeitnehmerinnen bei Fehlgeburt: :
Gesetz
Nr. 2023-567 vom 7. Juli 2023 zur Förderung einer psychologischen Betreuung von
Frauen, die eine Fehlgeburt hatten streicht für Arbeitnehmerinnen, die eine
Fehlgeburt erleiden, die dreitägige „Karenzzeit“, in der krankgeschriebene
Beschäftigte keine Leistungen von der Sozialversicherung erhalten. Diese Maßnahme
tritt spätestens am 1. Januar 2024 in Kraft. Seit dem 9. Juli darf ein Arbeitgeber
„den Arbeitsvertrag einer Beschäftigten in den 10 Wochen nach einer medizinisch
festgestellten Fehlgeburt nicht kündigen, die zwischen der 14. und 21.
Schwangerschaftswoche eingetreten ist“.
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Italien
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3.
Unternehmen
Europäische
Betriebsräte
Vereinbarung geändert : Der
Energiekonzern Engie hat seine
EBR-Vereinbarung
nach dem Verkauf seiner Tochter Equans an Bouygues (v. IR Notes 185)
geändert. In der neuen Vereinbarung werden die Mittel des EBR zum größten Teil
beibehalten, auch wenn 74.000 Beschäftigte aus dem Geltungsbereich ausgeschieden
sind. Aufgrund von neuen Regeln für den Schwellenwert der Beschäftigtenzahl, die für
ein besseres Gleichgewicht zwischen den französischen Vertretern und denen anderer
europäischer Länder sorgen, ist die Zahl der Mitglieder von 27 auf 31 gestiegen.
Ferner werden zwei der vier ständigen Arbeitsgruppen aufrechterhalten (Social
Reporting / Sorgfaltspflicht und Gesundheit-Sicherheit am Arbeitsplatz), ebenso wie
die Möglichkeit, „Studienarbeitsgruppen“ zu bestimmten Themen einzurichten, wobei
deren Teilnehmerzahl auf zehn begrenzt ist. Insgesamt sind sechs Sitzungen geplant,
die zwischen den Ständigen Arbeitsgruppen und den Studien-Arbeitsgruppen aufgeteilt
sind. Zusätzlich erhalten alle Arbeitsgruppen ein Volumen von 12 Stunden für einen
Online-Austausch, die in Abschnitten von 2 Stunden genutzt werden können, „um die
Verbindung und die Dynamik zwischen den Präsenzsitzungen der Arbeitsgruppen
aufrechtzuerhalten“, sagt EBR-Vorsitzender Robert Textoris (CGT). Als weiteres Novum
wird das Gremium künftig auch zur Politik der sozialen und ökologischen
Verantwortung des Konzerns angehört, darunter auch zum „Klimakurs“ und zur
„Energiewende“. Das Unterrichtungs- und Anhörungsverfahren orientiert sich an den
Bedingungen der Richtlinie 2009/38 (der die Vereinbarung nicht unterliegt). Das
Anhörungsverfahren ist zeitlich nicht festgelegt. Der zeitliche Rahmen wird zwischen
Unternehmensleitung und Präsidium besprochen „im Hinblick auf die Bedeutung der
Angelegenheit, die erforderliche Zeit, um den entsprechenden Austausch und Dialog
angemessen zu ermöglichen sowie den geplanten Zeitpunkt der Umsetzung“.
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Gerechter Übergang :
Dekarbonisierung und gerechter Übergang sind immer öfter Themen,
mit denen sich EBR beschäftigen. Der EBR von Engie hat am 14. Juni
beschlossen, eine Studie in Auftrag zu geben, um mögliche Auswirkungen aller
Transformationen im Zusammenhang mit der „Dekarbonisierungsstrategie der
Konzernaktivitäten“ auf die Beschäftigung zu ermitteln, „unter Berücksichtigung der
Orientierung des Konzerns, die darauf abzielt, die Treibhausgasemissionen bis 2045
auf Null zu reduzieren“, bei „hohen Zwischenzielen bis 2030“, aber auch entsprechend
der Orientierungen der einzelnen Mitgliedstaaten zur Einhaltung des ihnen
zugeteilten „C02-Budgets“ (s. Mitteilung). Die Rolle „der
Arbeitnehmervertreter des EBR ist entscheidend, um die sozialen Auswirkungen
vorwegzunehmen und nicht unter der Dekarbonisierungsstrategie der Konzernaktivitäten
in den einzelnen Mitgliedstaaten zu leiden“, so der EBR.
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Neuer EBR : Das
Technologieunternehmen Sopra
Steria (50.000 Beschäftigte, davon 12.500 in Europa) hat
eine EBR-Vereinbarung
abgeschlossen, die am 26. Juni veröffentlicht wurde. Der EBR wird zu
länderübergreifenden Vorhaben angehört, die entweder den gesamten Konzern betreffen
oder von einer Entscheidung der Unternehmensleitung abhängen, die zwei Unternehmen
in zwei verschiedenen Ländern betreffen und „sich in hohem Maße auf die
Beschäftigten auswirken“, d. h. 50 % des Personals müssen mit der Kündigung ihres
Arbeitsvertrags rechnen. Zu einem solchen Vorhaben muss der EBR nach Erhalt der
Informationen durch die Unternehmensleitung innerhalb eines Monats eine
Stellungnahme abgeben. Bei Hinzuziehung eines Sachverständigen verlängert sich diese
Frist auf zwei Monate. Der EBR hat zwei Plenarsitzungen im Jahr, eine davon
online.
> Siehe
auch: Die erneuerte EBR-Vereinbarung
von Bausch&Lomb sowie die SE-BR-Vereinbarung von TeamViewer,
und von JOSTE
Werke sind jetzt online.
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Weltbetriebsrat
Geplante Fusion und Sorgfaltspflicht :
21 Delegierte aus 14 Ländern trafen sich zu einer ersten Tagung
des Europäischen bzw. Weltbetriebsrats (EBR/WBR) des Konzerns Daimler Truck (s. IR Notes 198), um
sich mit mehreren Mitgliedern des Vorstands auszutauschen (s. Pressemitteilung).
Dabei ging es vor allem um eine mögliche Fusion von Mitsubishi Fuso mit dem
japanischen Konkurrenten Hino sowie um Menschen- und Gewerkschaftsrechte in der
Lieferkette in Übereinstimmung mit der 2022 verabschiedeten Grundsatzerklärung
zu sozialer Verantwortung und Menschenrechten.
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Umstrukturierung
Begleitung des ökologischen Wandels :
Der Konzern TotalEnergies hat im März den
Verkauf seines Tankstellennetzes in Deutschland und den Niederlanden angekündigt.
Die Tankstellen gehen an den führenden kanadischen Betreiber von Geschäften für
Produkte des täglichen Bedarfs Alimentation Couche-Tard (120.000 Beschäftigte), der
auch rund 60 % der Anteile an den Tankstellen in Belgien und Luxemburg übernehmen
wird (s. Pressemitteilung).
Insgesamt sind von dieser Maßnahme mehr als 3.000 Beschäftigte von TotalEnergies
betroffen. „Diese Ankündigung hat ein bis dahin geltendes Konzept des integrierten
Unternehmens infrage gestellt, eines Konzerns, der alles „vom Bohrloch bis zur
Pumpe“ abdeckte“, sagt Thierry Defresne (CGT), EBR-Vorsitzender bei TotalEnergies.
Der EBR wies darauf hin, dass mit dem Abbau von Arbeitsplätzen, insbesondere bei den
zusätzlichen Dienstleistungen, mit erzwungener Mobilität sowie Änderungen von
Tarifverträgen zu Ungunsten der übernommenen Beschäftigten gerechnet werden muss.
Zum Schutz der Beschäftigten forderten die EBR-Mitglieder, die Sicherung der
Arbeitsplätze von einem Jahr, wie von Couche-Tard im Rahmen des Verkaufs
vorgeschlagen, auf fünf Jahre zu verlängern – was die Unternehmensleitung von
TotalEnergie ablehnte. Die Arbeitnehmervertreter wollten auch Verhandlungen über die
Bedingungen zur sozialen Begleitung der Beschäftigten aus den vier Ländern. Auf
einer Sitzung am 19. Juni unterstrich der europäische Gewerkschaftsverband
IndustriAll Europe diese Forderungen mit einem Schreiben an die Unternehmensleitung,
worin er sie zu einem Dialog über die sozialen Begleitmaßnahmen dieses Vorhabens
sowie über die künftigen Veränderungen innerhalb des Konzerns in Verbindung mit dem
ökologischen Wandel auffordert. Diese Forderung könnte zu Verhandlungen für eine
europäische Vereinbarung über die Antizipation und Bewältigung des Wandels führen,
die als Vorlage für alle künftigen Umstrukturierungen zur Einhaltung der
Dekarbonisierungsziele dienen würde.
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Länderübergreifende Verhandlungen
Internationalisierung des sozialen Dialogs :
Der Bergbaukonzern Eramet (9.090 Beschäftigte) hat
ein „Globales Forum“ eingerichtet, um länderübergreifende Fragen zu behandeln, die
die wichtigsten Länder betrifft, in denen die Gruppe tätig ist: Frankreich,
einschließlich Neukaledonien, Gabun, Norwegen, Senegal und Argentinien. In diesem
Forum werden sich die Arbeitnehmervertreter „untereinander und mit der
Konzernleitung über Eramets Strategie, die SVU-Verpflichtungen oder auch die
Entwicklungsprojekte des Konzerns austauschen“. Sie können außerdem Vereinbarungen
aushandeln, die für alle Beschäftigten gelten und Themen wie Sozialschutz, Qualität
des Arbeitslebens, Elternschaft, Diversität oder Inklusion betreffen (s. Pressemitteilung).
Dieses Gremium umfasst jetzt auch den EBR, „der die rechtliche Zuständigkeit für die
Unterrichtung und Anhörung beibehält“. Aufgrund eines zurückgehenden
Personalbestands in Europa (1.629 Beschäftigte 2022, davon 755 in Frankreich) drohte
der EBR ganz aufgelöst zu werden. Das GFE wurde durch eine Vereinbarung
eingerichtet. Diese hatten die Unternehmensleitung und die im Konzern vertretenen
Gewerkschaften am 5. Juli unterzeichnet (der Text wird nach Zustimmung der
Unternehmensleitung online gestellt). Das Forum tagt zweimal jährlich, kann
Arbeitsgruppen einrichten, einmal im Jahr ein Land besuchen und verfügt über ein
Budget von 30.000 Euro. Bis auf die Schulung zu Beginn des Mandats werden alle
anderen (4 Tage während eines vierjährigen Mandats) per Videokonferenz abgehalten.
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Sorgfaltspflicht und neue Garantien :
Die französische Bank Société Générale (117.000
Beschäftigte) und der internationale Gewerkschaftsverband UNI Gobal Union haben am
27. Juni eine neue globale Vereinbarung über die Rechte ihrer Beschäftigten
unterzeichnet (s. gemeinsame
Pressemitteilung). Diese Vereinbarung ist eine der wenigen, die bei der
Erstellung des Wachsamkeitsplans den Gewerkschaften einen Platz einräumen. Dieser
Plan, der seit 2017 in Frankreich gesetzlich vorgeschrieben ist, soll Risiken
ermitteln und schwerwiegende Verstöße gegen Menschenrechte und Grundfreiheiten,
Gesundheit und Sicherheit von Menschen und Umwelt verhindern. Mit der EU-Richtlinie
zur Sorgfaltspflicht, die sich in der Annahmephase befindet, wird dieser Ansatz
EU-weit vorgeschrieben. Die Vertragsparteien erkennen UNI im Wachsamkeitsplan als
„Interessenträger“ im Abschnitt über Humanressourcen an. Es wird „mit UNI
mindestens eine Abstimmung im Rahmen der umgesetzten Maßnahmen geben“, um die
Risiken schwerer Verstöße gegen „Menschenrechte, Grundfreiheiten oder die Gesundheit
und Sicherheit der Beschäftigten“ zu erkennen und zu verhindern. In der Praxis
bedeutet dies, dass UNI den Entwurf des Wachsamkeitsplans in Bezug auf den
HR-Abschnitt „vor dem Leitungsorgan des Konzerns“ prüft. Die von UNI vorgeschlagenen
Ergänzungen können dann in der Version berücksichtigt werden, die den Mitgliedern
der Unternehmungsleitung vorgelegt wird. Die Vertragsparteien vereinbaren auch,
Arbeitsgruppen einzurichten, um „die Analyse der Restrisiken und deren Minderung zu
vertiefen“. Die Vereinbarung legt eine neue Basis für soziale Mindestgarantien für
die Beschäftigten fest: 14 Wochen Mutterschaftsurlaub, eine Woche Vaterschaftsurlaub
bei voller Zahlung des Festlohns sowie ein Sterbegeld in Höhe von mindestens zwei
Jahresfestlöhnen, das die örtlichen Beihilfen abdeckt oder ergänzt. „Diese
Garantien sind vor allem für die 11.200 Beschäftigten in Indien wichtig, das Land,
das nach Frankreich die meisten Arbeitskräfte stellt“, sagt Frédéric de Fondaumière,
Mitglied des engeren EBR-Ausschusses und Verhandlungsführer der Vereinbarung für UNI
Global Union.
> Siehe
auch: Der Konzern Veolia hat am 29. Juni
Verhandlungen mit dem Europäischen Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst
(EGÖD) eingeleitet, um seine erste europäische
Vereinbarung zu Diversität und Inklusion (v. Mitteilung)
abzuschließen.
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