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IR Notes 256 – 9 Juli 2025
www.irshare.eu
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Eine Frage an…
Louise Collett, Generalsekretärin des EBR und Koordinatorin des Global
Forum von Syensqo
Sie haben mit der
Unternehmens-leitung von Syenqo eine globale Vereinbarung zu
digitaler Transformation und KI unterzeichnet (s. 3.
Unternehmen). Wie haben Sie sie davon überzeugt, dem EBR eine
zentrale Rolle beim Einsatz von KI im Unternehmen zu
geben? In der
Vereinbarung wird das transformative Potenzial von KI und digitalen
Tools bei Syensqo anerkannt, gleichzeitig wird die Bedeutung von
Governance, einem ethischen Einsatz und ständiger Weiterentwicklung
menschlicher Expertise neben den technologischen Fortschritten
berücksichtigt. Dies ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Dialogs
zwischen dem EBR und den Syensqo.ai- und IT-Teams, der im Juni 2024
begann, als der EBR das Syensqo.ai-Team zu unserem
EBR-Schulungsseminar einlud, um Syensqos KI-Strategie vorzustellen.
Dem Unternehmen ist die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs
bewusst, und im Laufe der folgenden Monate haben wir kritische
Themen besprochen, die von der Vereinbarung abgedeckt werden
sollten. Ein wichtiger Punkt der Vereinbarung ist es, Umschulungen
und Weiterqualifizierungen der Belegschaft zu gewährleisten, damit
die Weiterentwicklungen der KI-Tools durch kontinuierliche
Weiterbildung berücksichtigt werden. Wir wissen, dass wir die KI
brauchen und sie uns wertvolle Vorteile und Wettbewerbsvorsprünge
bietet. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass sie
verantwortungsbewusst und ethisch eingesetzt wird, damit sie unseren
Beschäftigten, Unternehmen und Kunden den bestmöglichen Nutzen
bringt. Diese Vereinbarung wird uns helfen, dieses Ziel zu
erreichen.
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Über uns
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alle 14 Tage in mehreren europäischen Sprachen (Englisch, Deutsch,
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Europäisches Wörterbuch der Arbeitsbeziehungen
Wenn Sie die Inhalte von IR Notes vertiefen
wollen, stellen wir Ihnen gerne die Links zum Europäischen
Wörterbuch der Arbeitsbeziehungen
zur Verfügung, das von Eurofound veröffentlicht und regelmäßig von
IR Share, dem Herausgeber von IR Notes, aktualisiert wird. Das
Wörterbuch ist auf English, doch die Definitionen der Begriffe
lassen sich mit Online-Übersetzungstools leicht übersetzen.
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In den
Schlagzeilen
In den
meisten multinationalen Unternehmen sind die britischen Delegierten weiterhin
Vollmitglieder des EBR
Zum Zeitpunkt des Brexits, dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU,
mussten die Konzerne mit einem EBR Stellung beziehen: die Briten wie bisher an Bord
behalten, sie ausschließen, ihnen einen Platz als Beobachter oder Gast ohne
Stimmrecht einräumen oder den EBR auflösen, da die Schwellenwerte für seine
Einrichtung von der Beschäftigtenzahl her nicht mehr erreicht wurden. Hinzu kam für
die rund 180 multinationalen Unternehmen außerhalb der EU, die ihren Vertreter für
die Einrichtung des EBR in Großbritannien angesiedelt hatten, die Überlegung, in
welches Land sie ihren Vertreter verlegen sollten. Wie haben sich die Unternehmen
mehr als vier Jahre nach dem Erdrutsch positioniert? Was den letzten Punkt
angeht, so hat ein Großteil der Unternehmen, die einen Vertreter in Großbritannien
hatten, Irland als neuen Standort gewählt. Wie viele? Nach den letzten Statistiken,
die das Europäische Gewerkschaftsinstitut (ETUI) online stellte, arbeiten 48 EBR
nach irischem Recht, während regelmäßig von 100 (SIPTU, 2021) bis 200 EBR (CFTC, 2024) in Irland die Rede ist. Die Daten sind also noch
zu verifizieren. In Bezug auf die britischen Mitglieder, die einen Sitz in 70 %
der EBR hatten (De Spiegelaere und Jagodzinski 2020), liefert eine Studie des
französischen Forschungsinstituts IRES vom 3. April (s. Präsentation)
einige Antworten: Bei einer Stichprobenerhebung mit 64 multinationalen Unternehmen,
die ihren rechtlichen EU-Vertreter in Frankreich, Deutschland und Großbritannien
hatten, bot der Brexit nur in seltenen Fällen (2) die Gelegenheit, den
Zuständigkeitsbereich des EBR zu erweitern, anstatt ihn zu verkleinern. Die Mehrheit
der EBR entschied sich für Stabilität (32), in der Regel durch einen Nachtrag zur
EBR-Gründungsvereinbarung oder im Rahmen einer umfassenden Neuaushandlung. Darin
vereinbarten Unternehmensleitung und EBR-Vertreter, die bisherige Situation
beizubehalten: Die britischen Vertreter verbleiben mit allen Rechten im EBR. In
anderen Fällen (13) wurde die Teilnahme begrenzt, es verbleibt ein einziger
britischer Vertreter im EBR als Beobachter oder Gast mit eingeschränkten Rechten. In
diesem Fall ist Großbritannien oft aus dem transnationalen Geltungsbereich der
EBR-Vereinbarung ausgeschlossen. 17 Konzerne schließlich haben Großbritannien aus
dem Geltungsbereich der Vereinbarung ganz ausgeschlossen, und die britischen
Mitglieder mussten die EBR am 1. Januar 2021 verlassen. Wiederum andere
Unternehmen beschlossen, die Briten bis zum Ende ihres Mandats im EBR zu behalten.
Bei mehreren Konzernen fiel die Entscheidung erst kürzlich: Aptar, die sich in einem Nachtrag zu ihrer Vereinbarung endgültig für den Verbleib
der britischen Delegierten im EBR aussprachen, ebenso wie Sanofi, die am 19. Juni einen
entsprechenden Nachtrag unterzeichneten. (*) Anna Frisone, Marcus
Kahmann , Patrick Witzak, Federico Fuchs, Kevin Guillas-Cavan, Marco Hauptmeier,
Markus Hertwig, L’impact du Brexit sur les comités d’entreprise européens.
Stabilité ou changement institutionnel – un enjeu de négociation, la Revue de
l’IRES Nr. 115 erscheint in Kürze
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1.
Europäische Union
Aktuelle
soziale Themen
Umstrukturierung : Die
Europäische Kommission hat vorgeschlagen, Belgien mit 930.000 Euro aus dem
Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (s. European Globalisation Adjustment
Fund) zu unterstützen, um die Umschulung [BF1]
der 417 Beschäftigten zu erleichtern, die im Juli 2024 nach der Schließung des
Chipherstellers BelGaN entlassen wurden. Belgien hatte im Februar 2025 einen Antrag
auf Unterstützung durch den EGF gestellt (s. Pressemitteilung).
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Rechtsprechung
Massenentlassungen : Die
Unternehmensleitung des Hotels Plaza in Paris, das wegen Renovierungsarbeiten 20
Monate schloss, hatte vorher noch 29 seiner 39 Angestellten entlassen, ohne einen
Sozialplan aufzustellen (Plan zum Erhalt von Arbeitsplätzen), der nach französischem
Recht für Unternehmen ab 50 Beschäftigten vorgeschrieben ist. Eine entlassene
Arbeitnehmerin war der Ansicht, dass die Unternehmensleitung einen Sozialplan hätte
aufstellen müssen, da sie die 11 Beschäftigten zur Belegschaft hätte mitzählen
müssen, die das Unternehmen GSF Jupiter dem Hotel für Wartungs- und
Reinigungsarbeiten überlassen hatte. „Aus der Richtlinie 98/59 [Anm. d. Red.: über
Massenentlassungen] ergibt sich […] keine Verpflichtung zur Ausarbeitung und
Durchführung eines Plans zur Erhaltung der Arbeitsplätze“, erläutert der EuGH, der
sich in einem Urteil
vom 19. Juni nicht für die Beantwortung der Frage
des französischen Kassationsgerichtshofs zuständig erklärt. Der Gerichtshof weist
darauf hin, dass die Richtlinie „nur eine teilweise Harmonisierung der Vorschriften
über den Schutz der Arbeitnehmer bei Massenentlassungen“ sicherstellt und den
Mitgliedstaaten die Möglichkeit einräumt, „für die Arbeitnehmer günstigere Rechts-
oder Verwaltungsvorschriften anzuwenden oder zu erlassen“. Dies trifft auf das
französische Recht zu, das für Unternehmen ab 50 Beschäftigten die Verpflichtung zur
Aufstellung eines Sozialplans eingeführt hat. Daher sind allein die nationalen
Gerichte für die Entscheidung des Rechtsstreits zuständig.
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Sektoraler
sozialer Dialog
Soziale Dienstleistungen : Die
europäischen Sozialpartner im Sektor der sozialen Dienstleistungen unterzeichneten
am 26. Juni einen Handlungsrahmen
für die Bindung und Gewinnung von Beschäftigten. Es handelt sich um die
wichtigste Initiative dieses jungen Ausschusses für den sektoralen sozialen Dialog,
der 2023 eingerichtet wurde. Der Text enthält 15 konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung
des Arbeitskräftemangels und der hohen Fluktuationsrate, die die Qualität und die
Verfügbarkeit der Pflegeleistungen gefährden. Dazu gehört u. a. eine bessere
Work-Life-Balance durch flexible Arbeitszeiten und familienfreundliche Maßnahmen
sowie die Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychosozialen Risiken.
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Chemische Industrie : Die
europäischen Sozialpartner der chemischen Industrie haben am 30. Juni eine gemeinsame
Erklärung über faire Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen in
Subunternehmerketten angenommen. Die Unterzeichnenden weisen darauf hin,
dass „vereinzelte Fälle missbräuchlicher Beschäftigungspraktiken gemeldet wurden,
die vor allem Beschäftigte aus Drittstaaten betreffen“. Angesichts des
Arbeitskräftemangels möchten sie „die Notwendigkeit hervorheben, die Bemühungen
fortzusetzen, um eine faire Behandlung, die Einhaltung des Arbeitsrechts und den
Schutz aller Beschäftigten in der EU, einschließlich der Rechte von Beschäftigten
aus Drittstaaten in den gesamten Subunternehmerketten sicherzustellen“.
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Gewerkschaften
Content-Moderatoren : Auf
Initiative des internationalen Gewerkschaftsverbands UNI Global Union wurde eine
globale Gewerkschaftsallianz gegründet, um Content-Moderatoren von Digitalriesen wie
TikTok, Meta, Alphabet und OpenAI zu vertreten. Es soll erreicht werden, dass diese
Unternehmen in ihren gesamten Lieferketten Maßnahmen zum Schutz der psychischen
Gesundheit ihrer Beschäftigten ergreifen, die Internetnutzer vor gewalttätigen
Inhalten schützen. Auf der Grundlage eines Berichts,
in dem problematische Situationen zusammengestellt sind, schlägt UNI Global acht
Maßnahmen vor, um die Risiken zu reduzieren (s. Mitteilung).
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Sicherheit und Gesundheitsschutz im Abfallsektor
: Der Europäische Gewerkschaftsverband für den öffentlichen
Dienst hat einen Bericht
über den Abfallsektor veröffentlicht, der „die alarmierenden Gefahren“ verdeutlicht,
„denen fast eine Million Beschäftigte ausgesetzt sind, die für die Sauberkeit der
europäischen Städte sorgen.“ Dabei handelt es sich um Sicherheitsprobleme im
Zusammenhang mit dem Klimawandel, den technologischen Entwicklungen und der
Auslagerung von Leistungen des öffentlichen Diensts.
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2.
Mitgliedstaaten
Deutschland
Betriebliche Mitbestimmung : Die
Länder wollen die betriebliche Mitbestimmung modernisieren und die Rechte der
Betriebsräte anpassen (s. Entschließung
des Bundesrates). Der Bundesrat wird über einen umfassenden
Entschließungsantrag abstimmen, um den Arbeitnehmerbegriff zu klären, den Schutz vor
gewerkschaftsfeindlichen Handlungen zu stärken und den Datenschutz angesichts neuer
Arbeitsformen und künstlicher Intelligenz zu verbessern. Die Betriebsräte sollen
beispielsweise das Recht haben, Tagungen und Wahlen online abzuhalten.
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Bulgarien
Individuelle Lernkonten : Auf
einer Konferenz
erklärte die Vizeministerin für Arbeit und Sozialpolitik Natalia Efremova, die
individuellen Lernkonten würden in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern entwickelt,
um den Zugang zur Weiterbildung zu verbessern. Jeder Arbeitnehmer oder Arbeitslose
wird über ein digitales Konto verfügen, über das er ein Bildungsangebot wählen kann.
Sie kündigte außerdem die Einrichtung sektoraler Ausbildungsfonds an, um dem
Fachkräftemangel in bestimmten Branchen entgegenzuwirken, sowie die Einführung von
Mikrozertifikaten, mit denen die Kenntnisse und Kompetenzen der Erwerbstätigen durch
kurze Lernformate verbessert werden sollen.
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Finnland
Wesentliche Dienstleistungen müssen bei Streiks
gewährleistet sein : Die Regierung hat ein neues Gesetz
vorgestellt, mit dem die Erbringung wesentlicher Dienstleistungen bei
Meinungsverschiedenheiten während der Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern
sichergestellt sein müssen (s. Pressemitteilung).
Die Änderungen wurden von einer dreigliedrigen Arbeitsgruppe im Anschluss an eine
Entschließung der Regierung im Jahr 2022 ausgearbeitet. Die Gewerkschaften werden
aufgefordert darauf zu achten, dass Arbeitskampfmaßnahmen nicht zu Risiken für
Gesundheit und Sicherheit führen. Arbeitgeber können ihrerseits dringende Arbeiten
anordnen und vor Gericht gehen, um Streiks zu verbieten, wenn die Arbeitnehmer diese
wesentlichen Arbeiten nicht ausführen.
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Frankreich
Unterstützung der Elternschaft :
Das Parlament verabschiedete am 19. Juni endgültig das Gesetz
zum Schutz vor Diskriminierung am Arbeitsplatz von Personen, die sich einer
medizinisch unterstützten Fortpflanzung unterziehen oder ein Adoptionsverfahren
durchlaufen (IR
Notes 252). Das Gesetz erhöht die Zahl der genehmigten Freistellungen für
Arzttermine oder Behördengänge im Zusammenhang mit diesen Verfahren.
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Umschulung : Die Sozialpartner
haben eine landesweite
branchenübergreifende Vereinbarung zur Förderung von Berufswechseln und
Umschulungen angenommen, deren wichtigste Maßnahmen in ein Gesetzesvorhaben
aufgenommen werden sollen, das zurzeit im Parlament diskutiert wird. Zwei
landesweite branchenübergreifende Vereinbarungen zur Beschäftigung älterer
Arbeitnehmer und zum sozialen Dialog wurden bereits umgesetzt. Die neue Vereinbarung
ändert die Häufigkeit bestimmter Gespräche, die der Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer
während seines Berufslebens führen muss (das „Mitarbeitergespräch” muss jetzt alle
vier Jahre statt alle zwei Jahre geführt werden, das „Standortbestimmungsgespräch”,
das alle sechs Jahre stattfinden musste, findet nun alle acht Jahre statt) und
bietet Arbeitgebern die Möglichkeit, das persönliche Ausbildungskonto des
Arbeitnehmers aufzustocken, um Weiterbildungen mitzufinanzieren. Der Text legt auch
zwei Maßnahmen zusammen, die Umschulungen innerhalb und außerhalb des Unternehmens
anbieten.
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Niederlande
Vorgezogener Ruhestand für Schwerarbeiter :
Nach dem neuen Tarifvertrag für Reinigungsunternehmen können
Beschäftigte dieser Unternehmen ab 2026 bis zu 30 Monate vor dem gesetzlichen
Rentenalter aus dem Arbeitsleben ausscheiden, wenn ihre Arbeitsbedingungen einen
hohen körperlichen Einsatz verlangen (s. Mitteilung).
Die Gewerkschaft FNV begrüßt diese Maßnahme. Der neue Tarifvertrag enthält auch
Maßnahmen zur automatischen Umwandlung ständig geleisteter Überstunden in einen
neuen Arbeitsvertrag mit einer höheren Stundenzahl sowie die Ausweitung des
Generationenpakts auf Arbeitnehmer mit mehreren Arbeitgebern, sodass diese bei 95 %
ihrer Vergütung auf 80 % einer Vollzeitstelle wechseln können.
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3.
Unternehmen
Transnationale Vereinbarungen
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz :
Die Unternehmensleitung von Clariane (63.000 Beschäftigte) und
der Europäische Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst (EGÖD) haben am 26.
Juni zum zweiten Mal ein gemeinsames Dokument veröffentlicht: eine europäische
Vereinbarung über die Gesundheit und Sicherheit zur Unfallverhütung und
Begleitung der Beschäftigten. Diese folgt auf die Europäische
Charta für Grundprinzipien des sozialen Dialogs aus dem Jahr 2023 (s.
Pressemitteilung von Clariane
und von EGÖD).
Die neue Vereinbarung löst das europäische Protokoll zur Gesundheit und Sicherheit
am Arbeitsplatz und Unfallverhütung von 2021 ab. In der Vereinbarung werden
Maßnahmen vorgeschlagen, die sich oftmals an praktischen Erfahrungen orientieren und
zum Ziel haben, eine Kultur der Gesundheit und Sicherheit zu fördern,
Arbeitsbedingungen für die Sicherheit aller zu gewährleisten, Gewalt zu verhindern
und Beschäftigte, die Opfer von Gewalt werden, zu unterstützen (einschließlich
Übernahme der Rechtskosten) oder auch Maßnahmen im Bereich Gesundheit und
Lebensqualität am Arbeitsplatz durchzuführen, beispielsweise durch
Sensibilisierungsmaßnahmen zur Frauengesundheit (Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Endometriose, Menopause). Die Unterzeichnenden fordern außerdem Maßnahmenpläne in
allen Einrichtungen zur Verringerung der Unfallrisiken und Fehlzeiten. Ein
Kontrollausschuss wird beauftragt, die Entwicklung der Unfalldaten und Fehlzeiten
sowie die in den Ländern umgesetzten Maßnahmen zu überwachen. Er kommt zweimal im
Jahr in Form einer Präsenztagung zusammen. Die Mitglieder haben ein Stundenguthaben
von 10 Stunden. In der Vereinbarung werden die Indikatoren für die Überwachung und
Beispiele erfolgreicher Praktiken genannt, die zu den in der Vereinbarung
vorgeschlagenen Maßnahmen geführt haben.
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Digitaler Wandel und KI : Die
Unternehmensleitung des belgischen Konzerns Syensqo (13.500 Beschäftigte,
davon 38 % in Europa) hat am 23. Januar mit dem Weltbetriebsrat Global Forum Syensqo
und seinem EBR eine weltweite
Rahmenvereinbarung über den digitalen Wandel und künstliche Intelligenz
unterzeichnet. Diese Vereinbarung steht im Einklang mit dem Grundsatz „der Mensch
behält die Kontrolle“, wonach die menschliche Aufsicht in allen
Entscheidungsprozessen gegeben sein muss, an denen KI beteiligt ist. Die weltweit
geltende Vereinbarung spricht dem EBR eine wichtige Rolle zu: 1. Eine verantwortungsbewusste
KI-Politik wird in Abstimmung mit dem EBR erarbeitet und aktualisiert. 2. Vorgesehen ist ein
regelmäßiger Austausch zwischen dem EBR und den Teams für digitales Management und
KI des Unternehmens. 3. Dem
engeren Ausschuss werden alle 3 Monate digitale und KI-Projekte vorgelegt, damit er
seine Beiträge einbringen kann, bevor diese umgesetzt werden. Bei Vorhaben von
großer Bedeutung muss ein Unterrichtungs- und Anhörungsverfahren auf der Ebene
durchgeführt werden, die dem Projektumfang entspricht. Fester Bestandteil der
Einführung eines neuen digitalen/KI-Tools ist ein Programm zur Schulung, Umschulung
und Weiterbildung. Die Einhaltung der Grundsätze des Wohlbefindens am Arbeitsplatz,
darunter auch das Recht auf Nichterreichbarkeit, werden garantiert. Die Systeme des
Unternehmens stehen den Arbeitnehmervertretern zur Ausübung ihrer Aufgaben zur
Verfügung und „ihre digitalen Spuren werden in keiner Weise überwacht, eingesehen
oder gespeichert“.
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4. Studien
und Berichte
Arbeitsbedingungen : Unter
Ausschluss der Öffentlichkeit hat die Europäische Stiftung zur Verbesserung der
Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound) am 17. Juni den europäischen
Sozialpartnern auf einem Seminar die vorläufigen
Ergebnisse der 2024 durchgeführten letzten europäischen Erhebung über die
Arbeitsbedingungen (EWCS) vorgestellt (s. Mitteilung des EGÖD). Diese Erhebung,
bei der alle vier Jahre 35.000 europäische Beschäftigte befragt werden, zeigt als
einzige ein umfassendes Bild über die Entwicklung der Arbeitsbedingungen in der EU.
Die mit großem Interesse erwarteten Ergebnisse können den europäischen
Entscheidungsträgern als Orientierung dienen, die bis Ende des Jahres einen Fahrplan
für hochwertige Arbeitsplätze vorlegen müssen. Sie ermöglichen Vergleiche über einen
längeren Zeitraum, z. B. über den Anteil der Beschäftigten, die mindestens drei
Viertel der Zeit oder sogar ständig hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Dieser
Anteil ist von 19 % im Jahr 1995 auf 26 % im Jahr 2024 gestiegen. Die Erhebung
enthält auch eine Reihe neuer Fragen, z.B. die Bemühungen der Arbeitgeber,
Arbeitsplätze an die Frauengesundheit anzupassen: 23 % der Arbeitgeber bieten
zumindest teilweise Erleichterungen bei schmerzhaften Regelblutungen und 17 % bei
starken Beschwerden in den Wechseljahren. Sehr interessant ist auch die Frage nach
dem Einsatz generativer KI am Arbeitsplatz: 12 % der europäischen Beschäftigten
setzten sie 2024 bei der Arbeit ein, davon 28 % im Finanzsektor, 21 % in anderen
Dienstleistungsbereichen und 18 % im Bildungssektor. An vierter Stelle steht die
Industrie mit 11 %. Da die Erhebung im November 2024 abgeschlossen wurde, und
ChatGPT sich vor allem ab 2023 rasant verbreitete – wie werden dann erst die
Ergebnisse 2025 aussehen? Im Großen und Ganzen sind die Beschäftigten der Ansicht,
dass die Technologie mehr Aufgaben und Interaktionen mit Kollegen schafft als
abschafft.
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