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IR Notes 119 — 8 Mai 2019
www.irshare.eu
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Eine Frage an …
Rémi Boyer, Personalvorstand der Korian Gruppe
Welche Vorteile versprechen Sie
sich von der Gründung eines EBR bei der Korian
Gruppe? (vgl. 3. Unternehmen)
Die Einrichtung
dient der Förderung des sozialen Dialogs auf EU-Ebene, dem
Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern, was den
Arbeitnehmervertretern ein ganz besonderes Anliegen ist, sowie der
besseren Information der Mitarbeiter innerhalb der Gruppe. Es geht
darum, wichtige Themen im Zusammenhang mit Veränderungen
anzusprechen, die besser auf EU-Ebene behandelt werden, da sie
sowieso alle Länder betreffen. Wir haben zwei wesentliche Bereiche
ermittelt, die zwei ständige Arbeitsgruppen auf EBR-Ebene
rechtfertigen: Eine zur Beschäftigung, dazu gehören Ausbildung,
Einstellungsverfahren, Karriereverlauf und Mobilität. Die andere zur
Qualität des Arbeitslebens. In Frankreich waren wir die erste Gruppe
in unserer Branche, die zu diesem Thema Ende 2017 eine Vereinbarung
geschlossen hat, und wir wollen Überlegungen anstoßen, um
Vereinbarungen auf die übrigen EU-Länder auszudehnen und uns
insbesondere im Zusammenhang mit Prävention, Berufsrisiken,
Reduzierung prekärer Beschäftigungsverhältnisse und ganz allgemein
zur Qualität am Arbeitsplatz auszutauschen. Bei der ersten Tagung
Ende Dezember wird es vor allem um die formelle Ernennung der
Mitglieder und die Wahl des engeren Ausschusses gehen sowie um die
Festlegung des Arbeitsprogramms für 2020.
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Über uns
IR Notes erscheint
alle 14 Tage in mehreren europäischen Sprachen (Englisch, Deutsch,
Französisch, Italienisch und Spaniasch) wird von IR Share und seinem
Expertennetzwerk herausgebracht. Dieser Newsletter bietet ein
europaweites Monitoring zu Arbeitsrecht, Arbeitsbeziehungen und
Beschäftigungspolitik. Er kann für einen Betrag von monatlich 18,00 Euro
zzgl. MwSt. auf der IR Share-Website abonniert werden
Das Team: Diese
Ausgabe wurde erstellt bei Feliciano Iudicone, Elma Paulauskaite, Christer Thörnqvist
und
Frédéric
Turlan. Erfahren Sie mehr
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95
Impressum. Herausgeber: IR Share SARL – 5, Les
Compères – 89520 Fontenoy – Frankreich – Tel.: +33 (0)6 81 41 53 95 –
Stammkapital 1.500 Euro – Handelsregister-Nr. (RCS Auxerre): 512
567 959. Verantwortlicher für die Veröffentlichung: Frédéric Turlan.
Hosting: Ideal prod – 14 rue Auguste Morel – 89100 Sens – Frankreich –
Tel.: + 33 (0)3 86 83 21 21
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In den
Schlagzeilen
Regionalgesetz zum Schutz von Plattform-Beschäftigten
Une loi de la région italienne du Latium pour
protéger les travailleurs des plateformes : In der
italienischen Region Latium ist am 17. April ein Gesetz zum Schutz von
Plattform-Beschäftigten in Kraft getreten. Dieses Gesetz verbietet Stücklohn und
schreibt die Vergütung der Beschäftigten zu einem tariflich festgelegten Mindestsatz
vor. Die Plattformen werden verpflichtet, den Beschäftigten Sozialschutz zu bieten,
sie gegen Unfälle am Arbeitsplatz sowie Schäden Dritter zu versichern, Transparenz
bei Algorithmen und Preissystemen sowie Übertragbarkeit der Bewertung von
Beschäftigten zu gewährleisten und Wartungskosten von Arbeitsgeräten zu übernehmen.
Ferner ist eine Website mit Maßnahmen zur Aufklärung über die Rechte der
Beschäftigten vorgesehen. Das Gesetz löst interessante politische Entwicklungen auf
nationaler Ebene aus, denn die Regierung kann Bestimmungen eines Regionalgesetzes
anfechten, die nationale Gesetzgebungsbefugnisse möglicherweise verletzen, wie
beispielsweise Vorschriften über Löhne und Gehälter oder Sozialschutz von
Plattform-Beschäftigten. > Weitere Informationen
hierzu: Regionalgesetz vom 12. April
2019, Nr. 4 Disposizioni per la tutela e la sicurezza dei lavoratori
digitali und Bericht
über das Projekt „Don’t Gig Up“ unter der Leitung der Fondazione G.
Brodolini. Dieser Bericht spricht auch von einem von der Region Piemont im Januar
2019 verabschiedeten Gesetz, das jedoch nicht in Kraft getreten ist, sondern dem
italienischen Parlament zur Beratung vorgelegt wurde, um ein nationales Gesetz zu
erlassen.
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1.
Europäische Union
Aktuelle
soziale Themen
Arbeitslosigkeit : dans l’UE, le
taux
de chômage s’est établi à 6,4 % en mars 2019 contre 6,5 % en février et 7 %
en mars 2018. Il s’agit du taux le plus bas depuis janvier 2000. Les taux
enregistrés vont de 1,9% en Tchéquie à 18,5% en Grèce. Concernant les taux
de chômage par région européenne, l’Union est coupée en deux avec un taux
élevé touchant particulièrement les pays du Sud, y compris la France. Les taux
s’échelonnent de 1,3% à 35,1%.
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2.
Mitgliedstaaten
Belgien
- Abschluss mehrerer Tarifvereinbarungen :
Der Nationale Arbeitsrat (NAR/CNT), der sich aus den
repräsentativen Sozialpartnern zusammensetzt, schloss am 23. April mehrere
Tarifvereinbarungen (vgl. Pressemitteilung
des NAR). Unter anderem wurde ein höherer Arbeitgeberanteil bei den Fahrtkosten
und Anpassungen der Regeln für den Vorruhestand (chômage avec complément
d’entreprise – RCC) beschlossen.
> Außerdem: Das Gesetz vom 4. April
2019, dass die Modalitäten für die nächsten Sozialwahlen vom 11. – 24.
Mai 2020 festlegt, wurde jetzt veröffentlicht.
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Frankreich
Art des Vertretungsmandats im Euro-Betriebsrats
: Das Kassationsgericht bestätigte die Gültigkeit des
Mandats von zwei EBR-Mitgliedern bei Axa, die 2015 im Laufe ihres Mandats
aus ihrer Gewerkschaft, der CFDT, ausgetreten und zu einer anderen Gewerkschaft, der
CFE-CGC, gewechselt waren (Kassationsgericht,
Kammer für soziale Angelegenheiten, 17. April 2019, Nr. 17-17.986). Die
Organisation CFDT Banken und Versicherungen beschloss daher, neue Mitglieder für den
EBR zu ernennen, was von der Unternehmensleitung abgelehnt wurde. Zu Recht, wie das
Kassationsgericht befand: Das Mandat eines EBR-Mitglieds „ist kein Mandat zur
Vertretung einer Gewerkschaft. Wenn der gewählte Arbeitnehmervertreter, den die
Gewerkschaft ernannt hat, die Gewerkschaft wechselt, gibt dies der Gewerkschaft
nicht das Recht, dessen Mandat zu beenden.“
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Luxemburg
- Zusätzliche freie Tage :
Das Gesetz
vom 25. April 2019 wurde jetzt veröffentlicht, das den bezahlten
Mindesturlaub von 25 auf 26 Tage pro Jahr anhebt und den Europatag am 9. Mai zum
gesetzlichen Feiertag erklärt. Das Gesetz trat rückwirkend zum 1. Januar 2019 in
Kraft.
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Schweden
Hafenarbeiterkonflikt beendet :
Nach zwei Jahren Verhandlungen und mehreren Streiks ist es der
schwedischen Hafenarbeitergewerkschaft seit 47 Jahren zum ersten Mal gelungen, für
die Hafenarbeiter eine nationale Tarifvereinbarung abzuschließen. Die Arbeitgeber
bevorzugten ihrerseits mit der Transportgesellschaft zu verhandeln, die Mitglied der
großen Gewerkschaftszentrale LO ist, während die Gewerkschaft der Hafenarbeiter
unabhängig ist. > Weitere Information hierzu: Interview unseres Experten
Christer Thörnqvist (Hochschule Skövde) auf Radio Sweden (ab der 12. Minute, auf
Englisch).
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3.
Unternehmen
Europäische
Betriebsräte
Neue innovative Vereinbarung :
Die französische Korian
Gruppe (52.000 Beschäftigte) unterzeichnete am 29. April eine Vereinbarung
zur EBR-Gründung, was im Bereich der Pflege älterer und gebrechlicher
Menschen in Europa eine Premiere darstellt. Das Besondere Verhandlungsgremium setzte
sich aus Vertretern deutscher, belgischer, italienischer und französischer
Arbeitnehmer zusammen. Unterstützt wurde es vom Europäischen Gewerkschaftsverband
EGÖD. Auffallend ist die weitgefasste Definition von „transnationalen Fragen“, die
auch die Entscheidungen beinhalten, „die in einem Mitgliedstaat getroffen werden und
nach entsprechenden Erfahrungen insgesamt oder teilweise auch in den anderen
Mitgliedstaaten des Konzerns umgesetzt werden könnten“. Um „die Arbeit des
Betriebsrats zu erleichtern und voranzutreiben“ sind in der Vereinbarung auch
Ad-hoc-Arbeitsgruppen und zwei ständige Arbeitsgruppen vorgesehen, wovon sich eine
den Themen Beschäftigung-Ausbildung-Kompetenzen widmen wird und die zweite der
Qualität des Arbeitslebens und der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Die
Unternehmensleitung muss ferner den Grund für die Vertraulichkeit von Informationen
angeben und mitteilen, für welches Publikum sie weiterhin als vertraulich gilt und
für wie lange. Der EBR kann „die Vertraulichkeit einer Information in Frage stellen
und die Unternehmensleitung auffordern, ihre Position zu überdenken“.
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Alarmverfahren zur Verfolgung einer
Umstrukturierung : Auf einer
außerordentlichen Sitzung am 24. April gab der EBR von Nexans einstimmig eine
ablehnende Stellungnahme zu den Restrukturierungsplänen ab, bei denen 939
Arbeitsplätze in Europa wegfallen würden. Am selben Tag hatte der europäische
Gewerkschaftsverband IndustriAll vor dem Sitz von Nexans zu einem Aktionstag
aufgerufen (vgl. Pressemitteilung). In
seiner Stellungnahme schlägt der EBR die Einrichtung eines Alarmverfahrens durch
Arbeitnehmervertreter auf lokaler Ebene vor, damit der EBR über mögliche
Schwierigkeiten bei der Durchführung der Umstrukturierung informiert wird und
gezielt mit der Unternehmensleitung Treffen organisieren kann, um Antworten zu
bekommen und Aktionspläne erstellen zu können.
- Verhandlungen für eine EBR-Vereinbarung:
Mit Unterstützung der europäischen Gewerkschaftsföderation
EFFAT demonstrierten Beschäftigte und Gewerkschaften am 29. April am Sitz von
Coca-Cola European
Partners. Nach fast dreijährigen Verhandlungen forderten
sie die zügige Einrichtung eines EBRs (vgl. Pressemitteilung).
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Personalpolitik
Gewinnbeteiligung : Die
Unternehmensleitung des belgischen Chemiekonzerns Solvay (27.000 Beschäftigte) und
das Solvay Global Forum, das die Arbeitnehmer weltweit vertritt, unterzeichneten am
5. April das fünfte Rahmenabkommen zur Gewinnbeteiligung auf Konzernebene (profit
sharing). Werden die Zielvorgaben erreicht (80 % ist von finanziellen Kriterien
abhängig/20 % von nachhaltigen Entwicklungszielen), können bis zu 12 Millionen Euro
unter den Beschäftigten aufgeteilt werden.
- Beteiligung der Arbeitnehmer am
Unternehmen: Pernod Ricard
(18.900 Beschäftigte), weltweit die Nummer 2 im Bereich Wein
und Spirituosen, startete am 29. April seinen ersten
Mitarbeiterbeteiligungsplan, der für 18 Länder bzw. 75 % der Konzernmitarbeiter
gilt (vgl. Pressemitteilung).
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Gewerkschaften
- Sexuelle Belästigung :
Das globale Gewerkschaftsnetzwerk, das vom
internationalen Gewerkschaftsverband UITA im Hotelkonzerns Accor aufgebaut
wurde, tagte am 14. April in Casablanca (Marokko). Die Teilnehmer beschlossen,
sich verstärkt darum zu bemühen, dass Accor sich zur Unterzeichnung einer
Vereinbarung verpflichtet, um sexuelle Belästigung in seinen Hotels auszumerzen
(vgl. Pressemitteilung).
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Betriebsvereinbarung
Planbarere Arbeitszeiten : Nach
einem sechstägigen Streik, an dem 4.000 Piloten in den drei skandinavischen Ländern
Dänemark, Norwegen und Schweden teilnahmen, kam es zwischen der Unternehmensleitung
SAS und den Piloten am 2. Mai
zu einer Einigung (vgl. Pressemitteilung).
Die Piloten forderten eine massive Lohnerhöhung und bessere Arbeitsbedingungen. Die
Gehaltserhöhung wird zwar nicht so hoch ausfallen wie gefordert, doch bekommen sie
dafür planbarere Arbeitszeiten. Erleichtert wurde die Beilegung des Konflikts durch
die verstärkte transnationale Koordinierung der Verhandlungen.
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4. Studien
und Berichte
Zukunft der Arbeit :
Die OECD veröffentlichte ihren Beschäftigungsausblick
2019 mit einem umfangreichen Bericht über die Zukunft der Arbeit. In einer
der Untersuchungen geht es um den Anteil der Arbeitsplätze, für die ein erhöhtes
Automatisierungsrisiko besteht, sowie der Arbeitsplätze, für die
voraussichtlich weitreichende Veränderungen zu erwarten sind. Auf OECD-Ebene sind
durchschnittlich 14 % der Arbeitsplätze einem erhöhten Automatisierungsrisiko
ausgesetzt. Ferner hat der Verkauf von Robotern stark zugenommen – bis 2021 wird
sich der Absatz im Vergleich zu 2014 vermutlich verdreifachen.
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