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IR Notes 173 – 3 November 2021
www.irshare.eu
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Eine Frage an…
Romain Descottes, Verbandsberater der französischen Gewerkschaft CGT für
internationale Umweltfragen
Sie gehörten zu den Organisatoren
des internationalen Gewerkschaftsforums zu ökologischen und
sozialen Übergängen, das die CGT von Montag, 14. Juni, bis
Samstag, 19. Juni 2021 ausgerichtet hat. Wie stehen die
Gewerkschaften zur COP 26? Mehr als 50 der am Forum teilnehmenden 130
Organisationen haben den Appell angenommen, der eine Reihe von
Forderungssträngen bekräftigt, die wir als grundlegend für einen
gerechten und solidarischen Übergang betrachten. Das Forum hat daran
gearbeitet, die mangelnde Koordination der Gewerkschaftsbewegung
auszugleichen, um konkrete Forderungen zu formulieren und ein
ausgewogenes Kräfteverhältnis gegenüber Arbeitgebern und Regierungen
zu schaffen (**). Ein solcher Austausch zwischen den Organisationen
ist notwendig, weil die Gewerkschaftsbewegung in der Frage des
Klimawandels gespalten ist – zuweilen sogar innerhalb ein und
derselben Organisation. Diese Spaltung spiegelt die beiden
Strömungen in der Gesellschaft wider: Es gibt diejenigen, die auf
ein grünes Wachstum setzen, bei dem die Arbeiter*innen wirklich an
den Entscheidungen zum Übergang beteiligt sind, und dieser auf
Technologien basiert, die CO2-Emissionen verringern oder abscheiden
können, und diejenigen, die für radikale Veränderungen sind und das
kapitalistisch-produktivistische Modell grundlegend in Frage
stellen. Diese unterschiedlichen Strömungen werden durch das etwas
pauschale Konzept des „gerechten Übergangs“ überdeckt, über das sich
so gut wie alle einig sind, auch wenn dieser Begriff für
Gewerkschaften in bestimmten südlichen Ländern nicht unbedingt
dasselbe bedeutet, wie für britische, skandinavische oder kanadische
Gewerkschaften. Das Konzept ist manchmal schwer zu begreifen, wenn
beispielsweise Unternehmen behaupten, sich für den gerechten
Übergang einzusetzen und gleichzeitig Beschäftigte in weniger
rentablen Geschäftsbereichen entlassen – wie die Total-Raffinerie in
Grandpuits (Frankreich). Eine der Herausforderungen für die
Gewerkschaften besteht darin, sich im Hinblick auf eine
Mobilisierung zu positionieren: Sollen wir unseren Forderungen für
einen gerechten Übergang mit Aktionen wie Streiks, Demonstrationen,
Flashmobs etc. Nachdruck verleihen? Das ist unsere Ansicht bei der
CGT, doch diese Position wird nicht von allen geteilt. Trotzdem
haben wir die Unterzeichner des Aufrufs aufgefordert, 2022 ein Datum
für die Durchführung eines weltweiten Aktions- oder
Mobilisierungstags festzulegen, auch wenn wir damit auf
Schwierigkeiten stoßen könnten. Denn wir dürfen nicht vergessen,
dass ein Streik zu Fragen des Klimawandels in einigen Ländern als
illegal gelten würde, da er als politischer Streik eingestuft wird.
Für die Gewerkschaften ist der Zugang zu Übergangs- und
Sanierungsplänen sowie zu Einzelheiten der von den Regierungen
geplanten Investitionen ein weiteres wichtiges Thema der COP 26, um
Einfluss auf die Strategien zur Erreichung der Klimaneutralität
nehmen zu können. Es reicht nicht, dass unsere Forderungen ab und zu
angehört werden, der Standpunkt der Gewerkschaften zum Energie- und
Klimawandel muss wirklich berücksichtigt werden.
(*) Link zum Aufruf
des Internationalen Gewerkschaftsforums zu
ökologischen und sozialen Übergängen.
(**) Link zur Auswertung des Internationalen Gewerkschaftsforums zu
ökologischen und sozialen Übergängen.
Link zu den Forumssitzungen
auf Youtube
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Europäisches Wörterbuch der Arbeitsbeziehungen
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Wörterbuch der Arbeitsbeziehungen zur Verfügung, das von Eurofound
veröffentlicht und regelmäßig von IR Share, dem Herausgeber von IR
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In den
Schlagzeilen
Europäische
Jugend lässt sich von schönen Reden über grüne Wirtschaft nicht beirren
Die COP 26 macht die Trennlinie zwischen den verschiedenen Akteuren deutlich,
zwischen denjenigen, die im Klimawandel eine hervorragende Gelegenheit sehen,
Wachstum zu erzeugen, vor allem durch massive Investitionen in Technologien, um die
Zivilluftfahrt grüner zu machen oder CO2 abzuscheiden, während die anderen die
Notwendigkeit in den Vordergrund stellen, unsere Gesellschaften zu verändern, damit
sie weniger konsumieren und in Folge auch die Treibhausgasemissionen reduzieren. Die
Europäische Kommission gehört eindeutig zur ersten Gruppe. So sagte
Kommissionspräsidentin von der Leyen vor dem G20-Gipfel und der COP 26: „Wir können
Emissionen verringern, ohne dass es der Wirtschaft schadet. Wir können
Treibhausgasemissionen senken und sauberer, gesünder und nachhaltiger produzieren,
während gleichzeitig die Wirtschaft floriert“. Für sie ist die Innovation in grüne
Technologien für die Bekämpfung der Erderwärmung unerlässlich: „Innovationen in den
Bereichen sauberer Wasserstoff, nachhaltige Treibstoffe für die Luftfahrt,
CO2-Speicherung, CO2-Abscheidung und Energiespeicherung“. Diese technischen Lösungen
werden von der neuartigen Partnerschaft unterstützt, die im Juni zwischen der
Kommission und dem von Bill Gates gegründeten Netzwerk Breakthrough Energy
eingegangen wurde, um die Investitionen in Klimatechnologien anzukurbeln (s. Pressemitteilung).
Finanziert werden sie über einen mit 1 Mrd. US-Dollar (820 Mio. Euro) dotierten
Fonds aus privaten und öffentlichen Mitteln, darunter auch den von europäischen
Programmen. Bemerkenswert ist, dass das Europäische Parlament zu dieser
Partnerschaft offenbar nicht befragt wurde. Von Seiten der Unternehmen wird das
Konzept Netto-Null favorisiert. Damit soll die fehlende Umsetzung von Artikel 6 des
Pariser Übereinkommens kompensiert werden. Dieser Artikel sieht Mechanismen vor, mit
denen die Länder Emissionsminderungen untereinander austauschen können, um so ihr
nationales Klimaschutzziel zu erreichen. Kommt es in diesem Punkt zu keiner
Einigung, bieten die Netto-Null-Befürworter den multinationalen Unternehmen eine
Alternative an: „Entweder reduzieren sie ihren CO2-Fußabdruck, oder sie kompensieren
dies durch die Schaffung von Kohlenstoffsenken, oftmals in südlichen Ländern
(Wiederaufforstung, Technologie für die Kohlenstoffspeicherung). Multinationale
Unternehmen sind hier stark involviert und veröffentlichen Netto-Null-Pläne, wobei
sie sich oft verpflichten, zu geringen Kosten Kohlenstoffsenken zu finanzieren, ohne
dass die Arbeitnehmervertreter bislang über ein Mitspracherecht verfügen“, sagt
Romain Descottes, Verbandsberater der CGT (s. nebenstehend „Eine Frage
an“). Die Befürworter des „Degrowth“, die eine Umgestaltung der Gesellschaft
und ihrer Produktionsmodelle anstreben, scheinen dagegen auf der Stelle zu treten.
Unterstützt werden sie von denjenigen, die keine unmittelbaren wirtschaftlichen
Interessen zu verteidigen haben: von den jungen Menschen. Dazu gehört natürlich die
Bewegung Fridays for Future, angeführt von der Schwedin Greta Thunberg, aber auch
die jungen Teilnehmer der Konferenz zur Zukunft Europas, die ihre Ideen in einem Bericht
vorstellen, der ihre 20 wichtigsten Vorschläge zusammenstellt. Sie rufen die EU dazu
auf, „alle Anreize für die Nutzung fossiler Brennstoffe sofort [zu] beseitigen“,
Unternehmen „für Umweltschäden […] zu bestrafen“, und sie appellieren an die
Unternehmer, „dafür zu sorgen, dass nachhaltige Verkehrsmittel“ genutzt werden
können. Im Hinblick auf die soziale Gerechtigkeit schlagen sie die Einrichtung
spezieller Fonds vor, damit es „keine unbezahlten Praktika mehr gibt“. Sie
befürworten ein „einheitliches Steuersystem“ und einen europäischen Bundesstaat.
Alle diese Maßnahmen zielen auf Verhaltens- und Systemänderungen ab und zeugen von
der Reife dieser jungen Menschen.
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1.
Europäische Union
Aktuelle
soziale Themen
- Lohntransparenz: Fünf
Europaabgeordnete des Ausschusses für die Rechte der Frau und die Gleichstellung
der Geschlechter werden sich vom 3.-5. November in Reykjavik über die Maßnahmen
zur Entgelttransparenz und zum Abbau des geschlechtsspezifischen Lohngefälles
informieren. „Island hat 2018 als erstes Land der Welt gesetzlich festgelegt,
dass Unternehmen und Einrichtungen mit mehr als 25 Beschäftigten nachweisen
müssen, dass sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine gleichwertige
Arbeit auch gleich entlohnen‟, so die Abgeordneten (s. Pressemitteilung).
- Hilfe für entlassene
Beschäftigte: Die Europäische Kommission hat am 28.
Oktober vorgeschlagen, ehemalige Beschäftigte von zwei Unternehmen auf Sardinien
mit 5,4 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die
Globalisierung zu unterstützen (sehe. European Globalisation Adjustment
Fund). Bei den Unternehmen handelt es sich um die
Luftverkehrsgesellschaft Air Italy (611 Entlassungen) und den Lagerdienstleister
Porto Canale (190 Entlassungen) (s. Pressemitteilung).
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Rechtsprechung
Ausbildung außerhalb der Arbeitszeit :
Am 28. Oktober hat der Gerichtshof ein Urteil in Bezug auf die
Vergütung von Zeiten der beruflichen Fortbildung erlassen. Laut Gericht müssen die
Zeiten, die Arbeitnehmer auf Veranlassung des Arbeitgebers in einem Unternehmen für
berufliche Fortbildung außerhalb ihrer üblichen Arbeitszeit verbringen, als
Arbeitszeit gelten. Das Gericht vertritt folgende Ansicht: „Erhält ein Arbeitnehmer
von seinem Arbeitgeber aber die Anweisung, eine berufliche Fortbildung zu
absolvieren, um die von ihm wahrgenommenen Aufgaben ausüben zu können, und hat
dieser Arbeitgeber im Übrigen selbst den Vertrag über die berufliche Fortbildung mit
dem Unternehmen unterzeichnet, das diese Fortbildung durchzuführen hat, ist davon
auszugehen, dass dieser Arbeitnehmer während der Zeiten der beruflichen Fortbildung
seinem Arbeitgeber [….] zur Verfügung steht.‟ Somit ist die Tatsache, dass der
Arbeitnehmer sich „an dem vom Arbeitgeber bestimmten Ort aufhalten und diesem zur
Verfügung stehen müsse‟, „entscheidend‟ für das Vorliegen der charakteristischen
Merkmale des Begriffs „Arbeitszeit“ (EuGH,
28. Oktober 2021, Rs. C-909/19, Unitatea Administrativ Teritorială D.).
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Sektoraler
sozialer Dialog
Überprüfung des sektoralen sozialen Dialogs :
Am 21. Oktober veranstaltete die Europäische Kommission ein
erstes Fachseminar zum Beitrag der Sozialpartner bei der Gestaltung der EU-Politik
(s. European social dialogue). Es
sind zwei weitere Seminare mit den Partnern des sektoralen sozialen Dialogs geplant
– über Ergebnisse und Auswirkung des sozialen Dialogs (18. November) und über die
Struktur des sozialen Dialogs (9. Dezember). Im Vorfeld war unter den Sozialpartnern
eine Meinungsumfrage durchgeführt worden. Diese Seminare sollen zu einer Überprüfung
der Funktionsweise des sektoralen sozialen Dialogs führen. Sie sind Teil einer
umfangreicheren Initiative zur Stärkung des sozialen Dialogs auf europäischer und
nationaler Ebene, die 2022 vorgestellt wird (s. Pressemitteilung
der Kommission).
- Magnesiumkrise: Der
europäische Gewerkschaftsverband IndustriAll Europe sowie 11
Arbeitgeberorganisationen und Industrieverbände haben am 22. Oktober eine gemeinsame Stellungnahme
veröffentlicht und die politischen Entscheidungsträger der EU aufgerufen,
dringend Maßnahmen angesichts der Verknappung des Magnesiums aus China zu
ergreifen, die „Tausende Unternehmen in Europa, ihre Lieferketten und damit
Millionen von Arbeitsplätzen bedrohen“ (s. Pressemitteilung
von IndustriAll).
> Noch ein kurzer
Hinweis: eine gemeinsame Erklärung der
europäischen Sozialpartner des Transportsektors zur COP26.
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Gewerkschaften
Kampagne für einen gerechten Übergang :
Mit einer groß angelegten Kampagne für einen
„gerechten Übergang‟ einige Tage vor der Eröffnung der COP26 hat der Europäische
Gewerkschaftsverband IndustriAll Europe „eine stärkere soziale Dimension der
europäischen Klimapolitik“ gefordert. Dabei konnte er sich auf eine umfangreiche
Beteiligung seiner Mitgliedgewerkschaften stützen (s. Artikel und Pressemitteilung) vor allem auf
Twitter (s. Mitteilung).
- Soziale Dienste: Der
Gewerkschaftsverband für öffentliche Dienste (EGÖD) hat am 27. Oktober eine Studie
veröffentlicht, die Erkenntnisse aus der Covid-19-Pandemie für den Bereich der
langfristigen Pflege und insbesondere für Senioreneinrichtungen zieht. „Seit
Beginn der Pandemie‟, so unterstreicht der Bericht, „erlebt Europa einen noch
nie dagewesenen Exodus der Arbeitskräfte, vor allem im Bereich der stationären
Pflege‟. 2019 und 2020 haben laut Eurostat 421 000 Beschäftigte den sozialen
Dienstleistungssektor verlassen, was den Arbeitskräftemangel und die
Arbeitsbedingungen weiter verschärft hat (s. Pressemitteilung
des EGÖD).
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2.
Mitgliedstaaten
Österreich
- Angespannte Verhandlungen in der
Metallindustrie : Nachdem auch die
dritte Verhandlungsrunde ohne Ergebnisse zu Ende ging, erteilte der Vorstand des
Gewerkschaftsbunds ÖGB am 28. Oktober die Streikfreigabe für die Metaller, für
den Fall, dass es bei den Verhandlungen am 2. November zu keiner Einigung kommt.
Die Arbeitgeber schlagen eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,1 % vor, die
Gewerkschaften PRO-GE und GPA fordern für die 190 000 Metaller 4,5 % (s. Pressemitteilung).
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Frankreich
Frauenquote in Führungspositionen :
Am 28. Oktober nahm der Senat den Entwurf eines
Gesetzes an, das eine Geschlechterquote unter den leitenden Angestellten und
Mitgliedern der Führungsorgane in Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten
einführen soll (s. der vom Senat
angenommene Gesetzesentwurf). In Art. 7 des Entwurfs heißt es: „Bei
leitenden Angestellten und Mitgliedern der Führungsorgane muss jedes Geschlecht zu
mindestens 30 % vertreten sein“. Acht Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes muss
dieser Satz bei 40 % liegen. Werden diese Quoten nicht eingehalten, kann dies zu
einer Geldstrafe von bis zu 1 % der Lohnsumme führen. Der Entwurf muss jetzt von
einem „paritätischen Ausschuss“ bestehend aus Mitgliedern beider Kammern des
Parlaments angenommen werden.
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Irland
- Rückkehr an den Arbeitsplatz :
Die Regierung veröffentlichte am 22. Oktober das überarbeitete
Protokoll zur Sicherheit am Arbeitsplatz. Darin wird die Wichtigkeit der
grundlegenden Maßnahmen (Lüften, Maske tragen, Abstand halten etc.) noch einmal
betont, während es gleichzeitig auf die Rückkehr zur physischen Präsenz am
Arbeitsplatz vorbereitet. Dies „muss weiterhin schrittweise und vorsichtig
erfolgen unter Berücksichtigung der Bedingungen des jeweiligen Sektors und der
spezifischen Bedürfnisse der Unternehmen“ (s. Pressemitteilung).
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Niederlande
Frauenquote in Führungsorganen :
Der Senat verabschiedete am 29. September neue
Rechtsvorschriften, die zwei Maßnahmen zur Förderung einer größeren Vielfalt in
Unternehmensvorständen enthalten: 1. Geschlechterquote für Aufsichtsräte
börsennotierter Unternehmen, damit Männer und Frauen jeweils mindestens ein Drittel
der Sitze im Aufsichtsrat innehaben. Dieser Prozentsatz gilt für alle
Neubestellungen von Aufsichtsratsmitgliedern. 2. Große Aktiengesellschaften und
Gesellschaften mit beschränkter Haftung werden verpflichtet, angemessene und
ehrgeizige Zielgrößen zur Stärkung der Geschlechtergerechtigkeit in ihren
Aufsichtsräten, Vorständen bzw. Geschäftsführungen und oberen Führungsebenen
festzulegen. Die Unternehmen müssen jährlich über ihre Fortschritte berichten. Das
Gesetz tritt am 1. Januar 2022 in Kraft. Seine Verabschiedung ist ein gutes Zeichen
und könnte dazu beitragen, einen Richtlinienentwurf wieder in Gang zu bringen, der
seit mehr als sieben Jahren auf EU-Ebene blockiert wird.
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3.
Drittstaaten
Großbritannien
- Klimawandel : Die Regierung
stellte am 29. Oktober einen Gesetzentwurf vor, mit dem die Informationspflicht
der größten britischen Unternehmen und Finanzeinrichtungen in Bezug auf
klimawandelbedingte Risiken und Chancen gesetzlich verankert werden soll. Ab dem
6. April 2022 müssen über 1.300 dieser größten Unternehmen und Einrichtungen
Finanzinformationen im Zusammenhang mit dem Klima veröffentlichen gemäß den
Empfehlungen der Arbeitsgruppe zu klimabedingten Finanzinformationen (Taskforce on Climate Related Financial
Disclosures – TCFD). Nach der Annahme im Parlament wird dieses
Gesetz vor allem für private Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten gelten,
die einen Umsatz von 500 Mio. Pfund (ca. 588 Mio. Euro) erwirtschaften (s. Pressemitteilung).
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4.
Unternehmen
Europäische
Betriebsräte
Anhörung von Käufern im Zusammenhang mit einer
Veräußerung : Das Sekretariat des EBR von Engie ist seit dem 30. September
2021 eng in das Verfahren zur Veräußerung von Equans (76.000 Beschäftigte)
eingebunden. Die Tochtergesellschaft für multitechnische Dienstleistungen des
französischen Energiekonzerns wird auf einen Wert von 5 bis 6 Mrd. Euro geschätzt.
An zwei Tagen, am 7. und 8. Oktober, konnte das Sekretariat nach eigenen Worten in
einem „außergewöhnlichen methodischen Rahmen“ die Vertreter der vier Bewerber für
die Übernahme der Tochtergesellschaft „treffen und anhören“. Neben dem
US-amerikanischen Finanzinvestor Bain
Capital handelt es sich um die französischen Unternehmen
Bouygues, Eiffage und Spie. Die Bieter haben weitere
Sicherheiten für die zu übernehmenden Beschäftigten geboten, die über die von Engie
beim Verkauf festgelegten hinausgehen, nämlich die Arbeitsplätze für zwei Jahre zu
erhalten. Im Juni hatte die Unternehmensleitung von Engie vor dem EBR einseitige
soziale Verpflichtungen genannt, die für den künftigen Käufer bindend sein würden.
Daraufhin haben die EBR-Mitglieder „ein Dokument für die potenziellen
Übernahmekandidaten erstellt“ […], das die Grundvoraussetzungen für eine sozial
verantwortliche Investition festlegt“ (s. Pressemitteilung und Forderung nach Sicherheiten).
Dieses Dokument enthält „eine Reihe von Forderungen nach sozialen Verpflichtungen,
um die Risiken für die Zukunft der Beschäftigten zu verringern, und die der künftige
Käufer annehmen soll. Ziel ist es, vor Abschluss des Verkaufsprozesses zu einer
Dreier-Vereinbarung zwischen den Sozialpartnern, Equans und dem künftigen Käufer zu
gelangen“. Nach der Anhörung der Interessenten wurde das Sekretariat beauftragt, mit
Unterstützung der Experten des EBR ein zusammenfassendes Dokument über die
eingereichten Angebote zu erstellen. „Dieses Dokument“, heißt es in einer am 28.
Oktober veröffentlichten Mitteilung des Sekretariats,
„wird aus zwei verschiedenen Dokumenten bestehen: In einem werden die Antworten der
Bieter auf die Forderungen nach Sicherheiten „vergleichend bewertet“, in dem anderen
werden die „Vorhaben der Bieter objektiv“ beleuchtet. Das Sekretariat hat
beschlossen, diese Dokumente nicht vor dem 2. November herauszugeben, wenn das
Verfahrens zur Einreichung der Angebote der Bewerber abgeschlossen ist. In seiner
Zusammenfassung will das Sekretariat darauf achten, „in seinen Analysen objektiv zu
bleiben und keine Empfehlung für ein Angebot oder einen Bewerber abzugeben“.
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Restrukturierung :
Der Eurobetriebsrat des Konzerns Schneider Electric hat am 29.
Oktober ein Schreiben an die
zentrale Leitung geschickt, in dem die Einhaltung der 2019 unterzeichneten europäischen
Vereinbarung gefordert wird. Darin sind die Mindestgrundsätze für
vorausschauendes Veränderungsmanagement festgelegt. Der Vorsitzende und das
spanische sowie das italienische Mitglied des EBR-Präsidiums wurden über die
Restrukturierungen informiert, die das Geschäftsfeld Mittelspannung in Spanien und
Italien betreffen. Aber „bei der letzten Sitzung des EBR-Präsidiums‟, so schreibt
der Vorsitzende, „hat sich die Unternehmensleitung geweigert, uns Auskunft über die
Zahl der Beschäftigten, den Zeitrahmen oder die Folgen für die verschiedenen
betroffenen Standorte zu geben‟. Zudem hat ein Vorstandsmitglied mitgeteilt, dass
zwischen einem französischen und einem spanischen Standort Produktionsverlagerungen
geplant seien, um Verluste für die nach Ungarn verlagerte Produktion auszugleichen.
Trotz der länderübergreifenden Merkmale dieser Umstrukturierung, die auf eine andere
folgt, die 2020 denselben Geschäftsbereich in Frankreich betraf, hat die
Unternehmensleitung die vom EBR-Präsidium geforderte Unterrichtung und Anhörung des
EBR nicht vorgesehen. Das Präsidium fordert die Unternehmensleitung auf, ihre
mittelfristige (3-5 Jahre) Unternehmensstrategie.
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- Neuer EBR :
Die konstituierende Sitzung des EBR von
Siemens Energy fand am 22.
und 23. September in München statt. Der EBR, der sich aus 22 Mitgliedern aus 13
Ländern zusammensetzt, wählte den Sekretär und die Mitglieder des engeren
Ausschusses. Dies erfolgte ohne die Teilnahme der Mitglieder aus dem Vereinigten
Königreich, Frankreich, Kroatien und Polen, für die der Ernennungsprozess noch
nicht abgeschlossen war (s. Pressemitteilung
von IG Metall Siemens).
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Leseempfehlung:
Die letzte
Ausgabe der Zeitschrift Cadres de la CFDT, die sich ausschließlich dem
sozialen Europa widmet, enthält einen Artikel von Marie-Christine Lebert,
nationale Sekretären von CFDT Cadres und angestellte Direktorin von
Worldline, in dem es darum geht, wie „Eurobetriebsräte
eine internationale Vision von sozialen Fragen entwickeln können“.
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5. Studies
and reports
Migration : Der OECD
Migrationsausblick 2021 analysiert die jüngsten Entwicklungen der
Migrationsbewegungen und die Eingliederung der Einwanderer in den Arbeitsmarkt in
den OECD-Ländern. In den 25 Ländern, für die Daten vorliegen, ist für den Zeitraum
von 2006-2018 laut Bericht im Durchschnitt, „der Beitrag der Migranten in Form von
Steuern und Abgaben höher als die öffentlichen Ausgaben für ihre soziale Sicherung,
Gesundheit und Bildung‟, wie der Bericht hervorhebt. Weiterhin wird festgehalten,
dass „eine bessere Integration der Migranten für eine erhebliche Entlastung der
öffentlichen Finanzen sorgt‟.
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